Profil

Das Kunstforum Hermann Stenner lädt zur offenen Begegnung mit der bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts.

Ausgangspunkt dafür ist der Bielefelder Künstler Hermann Stenner (1891–1914) als Vertreter der Klassischen Moderne. Sein Werk, seine Lehrer, Künstlerkollegen und Zeitgenossen stehen im Mittelpunkt des Ausstellungshauses. Vor diesem Hintergrund öffnet sich das Kunstforum Hermann Stenner auch nachfolgenden Künstlergenerationen bis hin zur zeitgenössischen Kunst. Basis der Ausstellungstätigkeit ist die Präsentation der Sammlung Bunte, die sich auf das künstlerische Schaffen von Hermann Stenner und seinem Umkreis konzentriert. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Werken aus dem Umfeld des Westfälischen Expressionismus und der künstlerischen Avantgarde des beginnenden 20. Jahrhunderts in Süddeutschland.

Das Kunstforum Hermann Stenner ist gemeinsam mit der Kunsthalle Bielefeld, dem Bielefelder Kunstverein im Waldhof und vielen anderen Akteuren ein lebendiger Teil der Bielefelder Kultur. Es versteht sich auch als Ort des Lernens sowie als Forum für vielfältigen Austausch. Seine Aufgaben umfassen die Präsentation, die Vermittlung und die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den künstlerischen Inhalten. Ziel ist es, Interesse für Kunst zu wecken, Historie und Gegenwart in Beziehung zu setzen und zur kulturellen Identität Bielefelds beizutragen. Die Wurzeln des Kunstforums Hermann Stenner liegen im bürgerlichen Engagement in der Tradition des Bielefelder Museumswesens. Es ist offen für Kooperationen mit Kunst-, Kultur- und Bildungspartnern.

Situation und Historie

Seit 2015 befindet sich die Immobilie Obernstraße 48 im Eigentum der Goldbeck Stiftung. Die prägnante Villa mit ihrer klassizistischen Schauseite zur Straße hin wurde 1836 als repräsentatives Wohnhaus vom Kaufmann Karl August Weber erbaut. Aus dieser zur Bielefelder Leinentradition gehörigen Familie Weber ging später der bedeutende deutsche Soziologe und Sozialökonom Max Weber (1864-1920) hervor. Nach anderen Eigentümern, wurde 1930 das Gebäude von der Handwerkskammer erworben und um einen stilistisch passenden Anbau erweitert. Diese beiden Gebäudeteile wurden 1989 unter Denkmalschutz gestellt. Der Denkmalschutz bezieht sich auf die Außenhülle, da das Gebäude durch ein Feuer nach Abwurf von Brandbomben 1944 zu einem Großteil, insbesondere im Innenbereich, zerstört wurde (rund 75%).

Der 1967/68 ergänzte Bürotrakt wurde im Zuge der Baumaßnahme abgerissen. Gleichzeitig entstand ein neuer Anbau mit flexibel nutzbarer Veranstaltungsräumlichkeit im Erdgeschoss und Büroflächen zur Vermietung in den oberen Geschossen. Die Mieteinnahmen unterstützen den Betrieb des Kunstforum Hermann Stenner.

Ansicht der Handwerkskammer Bielefeld vor 1929, Stadtarchiv Bielefeld