Biografie Hermann Stenner

Hermann Stenner wurde 1891 in Bielefeld geboren und starb im Ersten Weltkrieg 1914 mit 23 Jahren. Faszinierend ist seine rasante künstlerische Entwicklung in der kurzen Schaffenszeit, die ihm zur Verfügung stand. Das Kunstforum Hermann Stenner würdigt diesen Bielefelder Künstler in seinem vom Expressionismus geprägten Umfeld und wird darüber hinaus ein abwechslungsreiches Programm innerhalb des künstlerischen Profils bieten.

12. März 1891
Stenner wurde als erster Sohn des Malermeisters Hugo Stenner und seiner Ehefrau Elise in Bielefeld geboren, ihm folgten bis 1912 sechs Brüder und eine Schwester

1908
Abschluss der Realschule und Besuch der Bielefelder Handwerker- und Kunstgewerbeschule

1909
Besuch der privaten Zeichenschule von Heinrich Knirr in München sowie der Malschule des Tier- und Landschaftsmalers Hans von Hayek in Dachau

April 1910
Übersiedlung nach Stuttgart und Besuch der Malklasse des Freilichtmalers Christian Landenberger an der Königlich Württembergischen Akademie der Bildenden Künste

Sommer 1910
Aufenthalt in Bielefeld

Sommer 1911
Teilnahme an der Sommerexkursion der Akademie nach Dießen am Ammersee

Erste Einzelausstellung in der Galerie Otto Fischer, Bielefeld

Oktober 1911
Wechsel zu Adolf Hölzel innerhalb der Stuttgarter Akademie

Sommer 1912
Stenner erhielt als Meisterschüler ein eigenes Atelier

Sommerexkursion der Akademie nach Monjoie ( seit 1918 Monschau ) in der Eifel, vorher Besuch der Kölner Sonderbund-Ausstellung

Vierwöchiger Parisaufenthalt in Begleitung des Ehepaares Hans und Lilly Hildebrandt mit Studium der alten Meister im Louvre

1913
Vermehrte Beteiligung an bedeutenden Ausstellungen, zum Beispiel in München ( u. a. Die Juryfreien ), Stuttgart, Berlin ( u. a. Juryfreie Kunstschau ), Dresden, Wien, Budapest, Halle an der Saale, Essen; zugleich Präsentation seiner Werke neben Arbeiten von Willi Baumeister und Oskar Schlemmer in Stuttgart sowie Egon Schiele und Max Slevogt in Wien

Sommer 1913
Teilnahme an der Sommerexkursion nach Schleißheim bei München Zweite Einzelausstellung in der Handwerker- und Kunstgewerbeschule in Bielefeld

1914
Beteiligung an der großen Expressionistenausstellung (Die Neue Malerei) der Galerie Arnold in Dresden, Ausstellungsbeteiligungen in Stuttgart, Berlin (Neue Secession), Köln und Stuttgart

Zusammen mit Oskar Schlemmer und Willi Baumeister Ausführung des ( heute zerstörten ) Wandbildzyklus in der Vorhalle der Werkbundausstellung in Köln, anschließend gemeinsame Reise nach Amsterdam

Teilnahme an der Exkursion der Akademie nach Meersburg am Bodensee

Am 7. August freiwillige Meldung zum Württembergischen Grenadier-Regiment Nr. 119 »Königin Olga«

5. Dezember 1914
Stenner fiel im Alter von nur 23 Jahren beim Sturm auf Iłow (85 Kilometer westlich von Warschau) und wurde dort in einem Massengrab bestattet